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Entstehung und Gebäude

Entstehung

Das ökumenische Gemeindezentrum Versöhnungskirche gehört zu den jüngsten Kirchengebäuden der Stadt Potsdam. Es verdankt sich - wie der Stadtteil »Kirchsteigfeld« insgesamt - dem historischen Umbruch des Jahres 1989. Das Kirchsteigfeld liegt im Südosten Potsdams zwischen dem Neubaugebiet Drewitz, das in der Zeit der DDR errichtet wurde, und dem dörflich geprägten Alt-Drewitz. Schon vor der politischen Wende war für die Fläche des Kirchsteigfeldes der Neubau eines Wohngebietes vorgesehen. Nach der Wende wurde der Stadtteil noch einmal ganz neu und als ein Quartier geplant, das für die Lebensqualität seiner Bewohner Maßstäbe setzt. Was wenige Jahre zuvor noch undenkbar war: Das städtebauliche Konzept sah in der Ortsmitte ein Kirchengebäude vor.

 

Die Evangelisch-methodistische Kirche und die  Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg, zwischen denen volle Kirchengemeinschaft besteht, nahmen sich gemeinsam mit ihren Gemeinden vor Ort in Potsdam-Drewitz dieser Herausforderung an. Der Bau des ökumenischen Gemeindezentrums Versöhnungskirche wurde durch die beiden Kirchen unterstützt, durch Spenden aus anderen Kirchengemeinden und Kirchenkreisen und durch die im Kirchsteigfeld engagierte Firma »Groth und Graalfs«, heute die Groth-Gruppe. Nach intensiver Planung wurde am 1. Advent 1996 der Grundstein gelegt. Ein Jahr später, am 1. Advent 1997, wurde das Gebäude eingeweiht. Mit dabei waren unter anderen Bischof Prof. Dr. Wolfgang Huber, Bischof Dr. Walter Klaiber und Bundesbauminister Prof. Klaus Töpfer.

 

Das Gebäude

Das Gebäude wurde durch den Architekten Professor Augusto Romano Burelli aus Udine in Italien entworfen. Zum Raumprogramm gehören der Kirchsaal mit seiner Empore, fünf Mehrzweckräume im Gebrauch der Kirchengemeinden und ein Mehrzweckraum im Gebrauch des Stadtteilladens, vier Wohnungen, Büros und Nebenräume. Der Kirchsaal ist leicht aus der Linie der städtebaulichen Achse herausgedreht. Er stellt sich somit ein wenig quer, was nach dem Willen des Architekten symbolisiert, dass sich die Kirche nie ganz der sie umgebenden Welt anpassen kann und soll.
Kanzel, Altar, Taufe und die 190 Holzstühle wurden durch den Architekten des Gebäudes, Prof. Augusto Romano Burelli entworfen.
Die Walcker-Orgel, die ursprünglich in einer Krankenhauskapelle stand, ist ein Geschenk des Evangelischen Kirchenkreises Berlin-Wedding.
Der Kirchsaal ist mit einer Infrarot-Anlage für Hörgeschädigte ausgestattet.

 

Der Grundstein, der Turm und das Glockengeläut sind eine Spende der Firma »Groth und Graalfs«. Der Grundstein, ein Granitmonolith von einem Kubikmeter mit der Inschrift »Soli Deo Gloria« (Gott allein die Ehre), steht frei im Hof vor dem Eingang zum Kirchsaal und erinnert mit einer Vertiefung, in der sich Wasser sammelt, an die christliche Taufe. Der Glockenturm über dem Altarraum ist 41 Meter hoch und an seiner Spitze mit einer Photovoltaikanlage mit über 4000 Fotozellen ausgestattet. Sie haben eine jährliche Leistung von ca. 4.000 Kilowattstunden.

Die drei Glocken wurden bei der Firma Felczinsky im polnischen Gliwice gegossen und am 30.10.1997 geweiht. Der Glockenstuhl und zwei

 

Glocken wurden 2007 erneuert. Die Glocken haben folgende Eigenschaften und Inschriften:

  • Glocke in G, 750 kg: Selig die Frieden stiften
  • Glocke in B, 440 kg: Selig die Leid tragen
  • Glocke in C, 290 kg: Selig die hungert und dürstet nach Gerechtigkeit.
  • Die Glocken sind klanglich mit denen der Dorfkirche in Alt-Drewitz abgestimmt.